Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung des
Sonnenlichts in elektrischen Strom mithilfe von Solarzellen. Direkte
Umwandlung heißt, dass das Sonnenlicht nicht zum Erwärmen von
Dampf mit nachgeschalteter Dampfturbine und Generator in Strom
umgewandelt wird, sondern unter direkter Ausnutzung des physikalischen
Photoeffektes.
Wie der Name schon sagt, wird durch die Absorption von
Licht (Photonen) in einem Halbleiter1 eine elektrische Spannung
(Volt) aufgebaut. Das Prinzip beruht darauf, dass
Elektronen (negativ geladen), die vor dem Lichteinfall an
Atome gebunden waren, freigesetzt werden und sich nun im
ganzen Festkörper frei bewegen können. Gleichzeitig entstehen
dabei positiv geladene Löcher, die ebenfalls frei
beweglich sind. Elektronen und Löcher sind also die negativen
und positiven Ladungen in einer Solarzelle2.
Es gibt Solarzellen aus verschiedenen Halbleitermaterialien.
Die wichtigsten sind nachfolgend genannt:
Monokristalline Silicium Wafer, Solsix® monoMultikristalline Silicium Wafer, Solsix® multi
Polykristallines Kupfer-Indium-Diselenid (CIS)
Amorphes Silicium (a-Si)
Monokristallines Galliumarsenid/Galliumindiumphosphid
(GaAs, GaInP)
Monokristallin bedeutet, dass die gesamte Halbleiterscheibe
(=Wafer) aus dem die Solarzelle besteht, ein einziger Kristall
ist. Alle Atome sind in einem idealen Gitter angeordnet.
Multikristallin bedeutet, dass der Wafer aus verschiedenen
Einzelkristallen (=Körnern) zusammengesetzt ist, die über Korngrenzen fest verbunden sind. Die Einzelkristalle haben
eine Größe von 0.1 mm bis mehrere cm. Unter polykristallin
versteht man Halbleiter, die aus vielen kleinen Kristalliten
(Größe ~0.01 mm) zusammengesetzt sind. Amorphe Halbleiter
haben keinerlei kristalline Ordnung. Nur Gruppen
von wenigen Atomen sind miteinander unregelmäßig verbunden,
d.h. es besteht keine dreidimensionale Ordnung
der Atome.
[1.1 Prinzipeller Aufbau einer Solarzelle/pn-Übergang]
Jede Solarzelle besteht aus mindestens vier Schichten, von
denen nur die positiv- bzw. negativleitenden Schichten aus
einem Halbleiter bestehen. Diese Schichten werden auch
abgekürzt p-Schicht und n-Schicht genannt. Durch die gezielte
Einbringung kleiner Mengen bestimmter Fremdstoffe
(Dotierstoffe) kann der Halbleiter p- oder n-leitend gemacht
werden. Donatoren haben im Vergleich zum Halbleiter ein
Elektron zuviel, das sie leicht abgeben. Dadurch wird der
Halbleiter n-leitend. Akzeptoren hingegen haben ein
Elektron zu wenig und nehmen ein Elektron vom Halbleiter
auf. Das fehlende Elektron (=Loch) bewirkt, dass der Halbleiter
p-leitend ist. Mit der Anzahl der Dotieratome kann
somit gezielt die Leitfähigkeit des Halbleiters eingestellt werden.
Die Art des Dotierstoffes bestimmt also die Art und die
Größe der Leitfähigkeit des Halbleiters.
Die Photonen (Lichtteilchen) des Sonnenlichts werden also in
der Solarzelle absorbiert. Dort erzeugen sie Elektronen
(negative Ladungen) und Löcher (positive Ladungen). Diese
können sich zunächst frei im Halbleiter bewegen. Bleiben
diese gegensätzlichen Ladungen aber zu lange beieinander

oder begegnen sich wieder, dann rekombinieren sie (d. h.
sie vernichten sich gegenseitig) und liefern keinen Strom.
Deshalb muss eine Solarzelle die beiden Ladungen so effektiv
und schnell wie möglich trennen. Das passiert durch den
pn-Übergang. Der pn-Übergang entsteht an der Grenzfläche
zwischen der p- und n-leitenden Schicht. Elektronen, die
in die Nähe des pn-Übergangs kommen, fließen auf die
n-Seite ab, Löcher fließen auf die p-Seite ab. Dadurch erfolgt
eine effektive Ladungstrennung. Die Elektronen und Löcher
können nicht mehr rekombinieren, d.h. sich gegenseitig vernichten.
Die Zeit zwischen der Erzeugung der Elektronen
und Löcher und deren Rekombination nennt man Lebensdauer
der Ladungsträger. Die Lebensdauer ist ein sehr empfindliches
Maß für die Qualität und Reinheit der Wafer (s. u.)
und ist Teil der Spezifikationen der Solsix® Wafer. Die Lebensdauer
liegt im Bereich von wenigen Mikrosekunden
(0.000001 Sek.).
Die Elektronen fließen dann zum Rückseitenkontakt, die Löcher
zum Vorderseitenkontakt. Von da kann der Strom über
Kabel abgegriffen werden und zum Verbraucher geführt werden.
In Abb. 2 ist der pn-Übergang schematisch dargestellt.
Die positiv und negativ leitenden Schichten werden bei der
Herstellung der Solarzelle erzeugt. In der positiv leitenden
Schicht gibt es fast nur Löcher, in der negativ leitenden fast
nur Elektronen. Die Elektronen bewegen sich im Leitungsband
(oberes Niveau in Abb.2) und die Löcher im Valenzband
(unteres Niveau in Abb.2). Dazwischen ist die Bandlücke, in
der sich weder Elektronen noch Löcher aufhalten können.
In Abb.2 ist von rechts nach links der Ort in der Solarzelle
aufgetragen, wobei die zur Sonne zeigende Oberfläche rechts
ist. Nach oben ist die Energie der Teilchen aufgetragen.
Elektronen streben immer die niedrigste Energie an, (Löcher
immer die höchste). Deshalb fließen die Elektronen nach
rechts über den pn-Übergang „nach unten“ und die Löcher
nach links über den pn-Übergang „nach oben“.
[1.2 Herstellung des pn-Übergangs]
Bei mono- bzw. multikristallinem Silicium ist die Scheibe (Wafer)
aus p-leitendem Material. Phosphor (ist ein Donator) wird bei
Temperaturen über 800°C in den Wafer hineindiffundiert und
bildet eine n -Schicht. Das heißt, die Teilchen für die negativleitende
Schicht wandern aus der Umgebung (geschl. Ofen mit
Gas) ein kleines Stück in den Wafer hinein und wandeln so die
oberste Schicht von p- auf n-leitend um. Dadurch ergibt sich der
pn-Übergang. Er entsteht sehr nahe an der Vorderseite (ca.
0.001 mm). Man nennt diesen Vorgang Diffusion, weil bei den
hohen Temperaturen die Atome in das Material hineinwandern
(=diffundieren). In Silicum ist Bor das Dotiermaterial für p-Typ und
Phosphor für n-Typ.
[1.3 Verunreinigungen]
Halbleiter reagieren sehr empfindlich auf metallische Verunreinigungen.
Z.B. Eisen oder Titan erzeugen Zwischenzuständeähnlich denen an der Oberfläche. Das führt zu einer erhöhten Rekombination
(Vernichtung von Ladungen) im Inneren des Wafers, was für
den Wirkungsgrad sehr schädlich ist. Eine Konzentration
von 1 ppb3 (d.h. 1 Teilchen Eisen unter 1 Milliarde Silicium-
Teilchen) führt bereits zu einer deutlichen Verschlechterung
der Solarzelle und muss unbedingt vermieden werden.
Deswegen sind die Reinheitsanforderungen in der Produktion
von Solarzellen sehr sehr hoch.

[2. Erzielung hoher Wirkungsgrade]
[2.1 Reflexion]
Mit den oben genannten Verfahren kann man aber noch keine
effizienten Solarzellen herstellen. Die meisten Halbleitermaterialien
haben eine große Reflexion an der Vorderseite,
d.h. ein Großteil des Lichts geht gar nicht erst in die
Solarzelle, sondern wird bereits an der Oberfläche der
Solarzelle zurückgestrahlt. Ein
unbeschichteter Wafer sieht
daher silbrig aus und glänzt.
Deshalb bringt man eine sogenannte
Antireflexschicht
auf. Sie verhindert, dass das
Licht reflektiert wird und damit
verloren geht.
Der beschichtete Wafer sieht
dann dunkelblau bis schwarz
aus, es wird also kein Licht
mehr reflektiert. Die Reflexionsverluste
reduzieren sich
von etwa 40 % auf 5 %.
[2.2 Passivierung]
Wie in Kapitel 1.1 beschrieben, können Elektronen und
Löcher rekombinieren bzw. sich egenseitig vernichten,
wenn sie zu lange in der Nähe voneinander verbleiben,
oder wenn Verunreinigungen es ihnen erleichtern. Das Gleiche
passiert auch an den Oberflächen eines Halbleiters. Dort
gibt es sogenannte Zwischenzustände, die das Rekombi- nieren sehr leicht machen. Je kleiner der Abstand von einem Zustand
zum nächsten ist, umso leichter erfolgt die Rekombination.
Die ganze Bandlücke stellt einen so großen Abstand dar,
dass es ohne Zwischenzustände nur wenig Rekombination gibt.
Alle Ladungen, die an eine Oberfläche kommen, gehen dort
verloren. Wenn man eine entsprechende Schicht (z.B.
Si3 N4) auf die Oberfläche aufbringt, wird die Oberfläche
passiviert. Das bedeutet, dass die Zwischenzustände, die
bisher das Rekombinieren ermöglichten, „ausgeschaltet“
werden. Dadurch kann die Leistung der Solarzelle deutlich

erhöht werden. Die Passivierung an der Rückseite nennt man
auch Rückseitenfeld oder Back Surface Field (BSF). Der
Passivierungseffekt beruht darauf, dass eine Barriere (= erhöhte
Dotierung) den Elektronen keinen Zugang zur Oberfläche
ermöglicht. Die Löcher, die dennoch die Oberfläche
erreichen, können alleine nicht rekombinieren. So wirkt das
Rückseitenfeld als Passivierung.
[2.3 Kontaktgrid]
Der in der Solarzelle erzeugte Strom muss über die Vorderund
Rückseitenkontakte abgeführt werden. Da das Licht auf
die Vorderseite fällt, soll dort die Kontaktfläche möglichst
klein sein. Das Sonnenlicht kann nicht durch die Kontakte
hindurchscheinen, so dass die Kontaktfläche für die Solarzelle„verloren“ ist. Macht man den Vorderseitenkontakt aber
zu klein, erhöht sich der elektrische Widerstand in den
Metallfingern, und die Leistung der Solarzelle wird geringer.
Es bedarf also einigen Aufwandes, um den Vorderseitenkontakt
optimal für jede Solarzelle anzupassen. Die beste
Form für einen Vorderseitenkontakt ist die eines Gitters, d.h.
lauter dünne Metallfinger sammeln den Strom und bringen
ihn zur Sammelschiene (auch Busbar genannt).
Die Kontaktfinger haben i.d.R. eine Dicke von 20 μm
(Mikrometer=1/1000 Millimeter) und eine Breite von
50 – 100 μm. Die meisten Kontakte bestehen aus Aluminium
oder Silber. Gute Kontakte enthalten zusätzlich eine
Legierung aus Titan und Palladium. Kontakte können aufgedruckt
oder aufgedampft werden, siehe Kap.4.1.

[3.1 Wirkungsgrad]
Der wichtigste Parameter einer Solarzelle ist ihr Wirkungsgrad.
Der Wirkungsgrad gibt den Anteil der Leistung wieder,
den die Solarzelle von dem einfallenden Licht in elektrischen
Strom umwandelt. Als Formel schaut das folgendermaßen aus:
1)
Der Wirkungsgrad beträgt bei industriell gefertigten
Solarzellen zwischen 10 % und 15 %. Mit deutlich höherem
technischen Aufwand können im Labor Wirkungsgrade von
bis zu 24 % mit Silicium und über 33 % mit Galliumarsenid
(3 pn-Übergänge) erzielt werden.
[3.2 Strom- Spannungskennlinie]
Die Kennlinie einer Solarzelle spiegelt die zwei wichtigsten
Eigenschaften des p/n-Übergangs wider:
1. Die Solarzelle liefert einen lichtgenerierten Strom, der unabhängig
von der angelegten Spannung ist (=Konstantstromquelle).
2. Die Solarzelle hat einen internen Verbraucher, die Diode,
der umso mehr Strom verbraucht, je höher die Spannung
ist.
Diese beiden Eigenschaften sind beide auf den p/n-Übergang
zurückzuführen und lassen sich nicht trennen, so dass
die Strom-/Spannungskennlinie einer Solarzelle durch die
physikalischen Eigenschaften fest vorgegeben ist. Die Solarzelle
kann mit einem Ersatzschaltbild dargestellt werden
, das die beiden Effekte des pn-Übergangs
verdeutlicht. Aus den eben genannten Eigenschaften lassen
sich folgende wichtige Parameter ableiten:
der Kurzschlussstrom (Isc)5 ist gleich dem lichtgenerierten
Strom, da die Diode bei Spannung 0 keinen Strom verbraucht.
Die Leerlaufspannung (Voc) ergibt sich daraus, dass
die Diode so viel Strom verbraucht, wie durch den lichtgenerierten
Strom erzeugt wird. Deshalb ist dann der Strom
gleich Null. Kommerzielle Solarzellen haben einen Kurzschlussstrom
von etwa 3 Ampere (=30mA/cm2) und eine
Leerlaufspannung von 0.5 Volt.
Die Forschung und Entwicklung von Solarzellen konzentriert
sich daher auf eine Steigerung des lichtgenerierten Stroms
und auf eine Verringerung des Stromverbrauchs der Diode,
um den maximalen Wirkungsgrad einer Solarzelle herauszuholen.
Die Leistung einer Solarzelle entspricht dem Produkt
Strom*Spannung. Dieses Produkt ist maximal im Maximum
Power Point (MPP), wo die Solarzelle ihre höchste Leistung
abgibt.
Der Füllfaktor ist ein Maß dafür, wie sehr die IV-Kennlinie einem
Rechteck ähnelt. Je geringer also der Stromverbrauch der
Diode in der Solarzelle ist, desto mehr Leistung kann die Solarzelle
abgeben und desto größer ist der Füllfaktor. Der Füllfaktor
ist immer kleiner als 1 und ist folgendermaßen definiert:
2)

[3. Die Leistung einer Solarzelle]
Der Füllfaktor ist also das Flächenverhältnis des kleinen, roten
Rechtecks in Abbildung 7 zum großen gestrichelten Rechteck.
Typische Werte für den Füllfaktor liegen zwischen 70 %
und 85 %. Drei
verschiedene Sonnenlichtintensitäten sind gezeigt:
1000 W/m2 entspricht der maximalen Sonneneinstrahlung,
mittags bei wolkenlosem Himmel
600 W/m2 entspricht leichter Bewölkung
200 W/m2 entspricht der Sonnenstrahlung morgens oder
abends.
Wie in Abbildung 7 zu erkennen ist, hängt der
Kurzschlussstrom linear von der Beleuchtungsstärke ab. Die
Leerlaufspannung und der Füllfaktor sind nahezu unabhängig
von der Beleuchtung. Daraus folgt, dass die abgegebene
Leistung der Solarzelle (Pmpp = Isc*Voc*FF ) linear mit
der Beleuchtung geht. Das bedeutet, dass eine Solaranlage,
die bei voller Sonnenstrahlung (1000 W/m2) 500 Watt leistet
bei halber Sonnenstrahlung nur noch 250 Watt liefert.
Um verschiedene Solarzellen miteinander vergleichen zu
können, wird immer die Leistung bei maximaler
Sonnenstrahlung angegeben, daher heißt die Einheit nicht
Watt sondern Wattpeak6, oder kurz Wp. In unserem
Beispiel hätte die Solaranlage 500 Wp.
Der Wirkungsgrad einer Solarzelle lässt sich also mit verschiedenen
Parametern berechnen:wobei die Einstrahlungsleistung der Sonne (normalerweise
1000 W/m2 oder 100 mW/cm2) ist.
Um verschieden große Solarzellen besser vergleichen zu
können, werden alle Angaben auf einen cm2 normiert. D.h.
man gibt nicht den gesamten Strom in Ampere an, sondern
die Stromdichte in A/cm2. Die Leerlaufspannung und der
Füllfaktor sind natürlich unabhängig von der Größe der
Solarzelle.

[4. Industrielle Herstellung von Solarzellen]
Jeder Hersteller hat sein eigenes Herstellungsverfahren für
Solarzellen. Das hier beschriebene Verfahren ist ein einfacher
Standardprozess, wie er im Prinzip überall eingesetzt
werden kann.
[4.1 Einfacher Herstellprozess für Silicium Solarzellen]
Drei verschiedene Zwischenprodukte werden auf dem Weg
vom solartauglichen Rohmaterial bis zum fertigen Modul
erreicht:
1. Der Wafer ist eine unprozessierte Siliciumscheibe mit
einer Dicke von 1/3 mm.
2. Die Solarzelle ist ein Bauteil von ca. 10 x 10 cm2 und
kann Strom erzeugen. Sie muss jedoch gegen
Witterung versiegelt werden und mit anderen
Solarzellen verbunden werden, was zum nächsten
Produkt führt:
3. Das Modul besteht aus mehreren Solarzellen (8 bis über
50) und hat eine Leistung von 15 bis 300 Watt.
[4.1.1 Scheibenherstellung]
Das Silicium-Rohmaterial (bis zu 250 kg) wird in einen
Tiegel aus Quarz mit Keramikbeschichtung gefüllt und aufgeheizt,
bis es schmilzt. Der Schmelzpunkt von Silicium liegt
bei 1410°C. Dann wird das Silicium langsam abgekühlt
und erstarrt dabei zu Kristallen. Je nach Prozess wird es
dann zum Einkristall (sehr reines und teures Material) oder
ein Multikristall (Solsix® multi), der aus vielen verschiedenen
Kristallen besteht und wesentlich billiger als ein Einkristall ist.
Dieser Siliciumblock wird dann in Säulen gesägt und dieseSäulen wiederum in dünne Scheiben (Wafer) zerteilt. Die
Waferdicke beträgt etwa 0.3 mm. Die Grösse der Wafer
ist spezifiziert auf 10 x 10 cm2 oder 12.5 x 12.5 cm2 bis
15 x 15 cm2.
[4.1.2 Solarzellenherstellung]
Der Solarzellenprozess hat mehrere Einzelschritte, die aus
einem Wafer schrittweise eine Solarzelle machen. Nach
einer chemischen Eingangsreinigung wird die n-Schicht in
den Wafer eindiffundiert (siehe Kap. 1.2). Der Wafer ist pleitend
oder man sagt auch p-dotiert. Nach dem durch die
Diffusion der pn-Übergang erzeugt ist, wird die Vorderseite
und Rückseite mit einer Siliciumnitrid-Antireflexschicht (Kap.
2.1.) beschichtet die auch gleichzeitig passiviert, siehe
Kap.2.2. Anschliessend werden die Kontakte auf Vorderund
Rückseite aufgedruckt. Dabei wird eine metallhaltige
Paste auf die Solarzelle gebracht, die dann bei Temperaturen
von etwa 800 °C eingebrannt wird. Dadurch entsteht
ein guter Kontakt zwischen Metall und Halbleiter. nschließend
werden die Solarzellen getestet.
[4.1.3 Modulherstellung]
Die Modulherstellung besteht im Wesentlichen aus drei
Einzelschritten: Die Solarzellen werden zu Strängen von
etwa 12 Solarzellen in einer Reihe verlötet. Mehrere dieser
Stränge werden dann nebeneinander auf die Glasscheibe
(4 mm stark) des Moduls gelegt. Dazwischen kommt eine
transparente Klebefolie (Ethylvinylacetat = EVA). Die Rückseitenabdeckung
besteht dann wieder aus einer EVA-Klebefolie
und je nachdem wieder Glas oder einem robusten
Kunststofffolien-Verbund aus Tedlar® und Polyester.Anschließend wird das Modul laminiert, d.h. bei hohem
mechanischen Druck, 150 °C und Vakuum (um die Luftblasen
herauszuziehen) wird der ganze Verbund miteinander
verschweißt, so dass er anschließend wetterfest ist.
Die fertigen Module werden dann noch einer Endkontrolle
unterzogen, die u.a. das Messen des Wirkungsgrades sowie
die Hochspannungsfestigkeit bis +/- 2000 V umfasst.
[5. Übersicht Wirkungsgrade]
Bisher wurde überwiegend die Siliciumsolarzelle beschrieben,
bzw. alle Beispiele bezogen sich auf Silicium. Jetzt soll
ein kurzer Vergleich die Potenziale verschiedener
Materialien zeigen.
In Abbildung 10 werden die bisher erreichten höchsten
Wirkungsgrade verschiedener Solarzellen-Technologien
gezeigt. Im Labormaßstab sind die Wirkungsgrade natürlich
höher als in einer Produktion, da im Labor sehr viel Aufwand
betrieben werden kann, um hohe Wirkungsgrade zu erreichen.
Diese Wirkungsgrade sind allerdings mit kommerziellen
Herstellmethoden nicht erreichbar. Laborzellen sind meist
auch nur 1 cm2 groß, wohingegen kommerzielle Module
eine Fläche von 0.1 bis 1 m2 haben. Die Herstellkosten steigen
stark mit steigendem Wirkungsgrad an. Ein höherer
Wirkungsgrad bewirkt allerdings auch, dass der Flächenbedarf
für die Solaranlage zur Erzeugung von z.B. 1 kWp
kleiner ist als bei einem geringeren Wirkungsgrad. Durch
die kleinere Fläche kann die Solaranlage letztendlich sogar
billiger sein (siehe Kap. 6). DieDünnschichttechniken
(Kupfer-Indium-Diselenid und Cadmium-Tellurid) sind noch
nicht über den Status von Pilotfertigungen entwickelt.

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